Durch welche Brille nehmen Sie ihr Leben wahr?

Gerade gestern musste ich wieder schmunzeln, als meine ältere Tochter Ihrem jüngeren Bruder mit Erfolg eine Story vermittelte, die ihn trotz heftigem Sturz (unsere Tochter hatte ihn vorher von Ihrem Bett geschubst) dazu veranlasste, nicht laut loszubrüllen und zu petzen, sondern ihn abrupt nach kurzem aufheulen besänftigte.

Was hatte Sie gemacht? Ganz einfach, sie hatte seinen Blick auf die Realität verändert, indem Sie seine Perspektive ins Positive beeinflusst hat.
Als er kurz aufschreiend auf allen vieren neben Ihrem Bett landete, applaudierte das ’Schwester-Schlitzohr’ von oben und sagte eindringlich zu ihm. „Schau mal, wie du gelandet bist! Auf allen vieren – wie ein echter Ninja – das kann sonst kaum jemand!“

Nach einer kurzen Denkpause von ihm, fand er wohl auch, dass das eine sagenhafte Leistung war und kam mit aufgeschlagenen Knien aber mit vor Stolz geschwellter Brust zu mir ins Büro nebenan, von wo aus ich den Vorgang zumindest verbal schon mitverfolgt hatte.

Ich bestätigte ihn in seiner neuen ’positiven Wahrnehmung’ und so zog er auch heute morgen noch im festen Glauben ’Ninja-Fähigkeiten’ zu haben, glücklich in den Kindergarten.

Natürlich werde ich mit meiner Tochter reden, dass ein Schubser aus 1,60 m (denn so hoch ist ihr Bett) nicht gerade ein akzeptables, sozialkonformes Verhalten ist, doch bewundere ich ihre Gabe, die Dinge geschickt positiv zu sehen bzw. in diesem Fall positiv zu drehen.

Vielen meiner Coaching Klienten ist diese Gabe abhanden gekommen. Sie machen Ihr Glück und Ihren Erfolg stets von externen, von Ihnen nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig.
Sie haben sich im Laufe der Jahre eine ’Sehlinse’ angeeignet, durch welche sie ihre Realität wahrnehmen und somit auch gleichzeitig für sich erschaffen.
Bei den meisten Personal- oder Business Coaching Klienten, ist diese besagte Linse nur auf Erfolg ausgerichtet bzw. nur auf das ’Noch-Nicht-Erreichte’.

Je mehr Erfolg sie wahrnehmen (durch ihre Linse!), desto mehr Glück bedeutet das für sie.
Ihre Gleichung sieht folgendermaßen aus:

Diese Formel nach der sie ihr Leben ausrichten heißt also:
- Wenn ich härter arbeite, dann bin ich erfolgreicher.
- Wenn ich erfolgreicher bin, dann bin ich glücklicher.

Auf diesem Denkansatz sind auch die meisten Erziehungs- und Management-Methoden ausgerichtet sowie oftmals unser eigenes ‚Selbstmotivationskonzept’.

Doch leider ist das aus wissenschaftlichen Gründen nicht nur inkorrekt sondern auch gänzlich verkehrt herum!

Unser Gehirn funktioniert schlichtweg anders und um glücklicher zu werden, als wir es im Status Quo sind, müssen wir uns diese alt bekannte und doch in Vergessenheit geratene Erkenntnis lediglich zu nutze machen.

Jedes Mal wenn unser Gehirn einen Erfolg verzeichnet, wird in unserem Gehirn die Zeitlinie für den weiteren Erfolg neu in die Zukunft verpflanzt.
Das heißt konkret:
- Wenn man gute Noten bekommt, heißt das, dass man zukünftig mindestens gleiche bzw. bessere Noten benötigt, um sich weiterhin erfolgreich zu fühlen.
- Wenn man einen guten Job hatte, strebt man nach einem noch besseren Job in der Zukunft und koppelt Erfolg an die Erreichung dieses neuen Zieles.
- Wenn das angestrebte Verkaufziel erreicht wurde, wird dieses Verkaufsziel in der Zukunft einfach höher gesetzt, um weiterhin das Gefühl von Erfolg zu erfahren.

Wenn das Glück also auf der ’anderen’ Seite (rechten Seite) von Erfolg in der oben genannten Gleichung liegt, dann kommt unser Gehirn dort leider nie an!
Das liegt daran, dass wir fataler Weise ’Glück’ (wenn wir so denken und agieren wie oben beschreiben) über den kognitiven Horizont hinaus geschoben haben, also immer ein Stück weiter weg, als wo wir uns gerade befinden. Zu dumm, nicht wahr!?

Um es nicht noch weiter zu verkomplizieren und uns wieder von den Gehirnforschungen zu lösen:
Diese obige Erkenntnis ist auch gleichzeitig schon die Lösung, wie wir damit umgehen können.

Wenn wir also das Level der Positivität einer Person in der Gegenwart erhöhen können, dann erlebt das Gehirn das, was wir einen sogenannten ’Glücksvorteil’ nennen.
Das bedeutet, dass das Gehirn im positiven Zustand wesentlich bessere Leistungen liefert, als im negativen, neutralen oder gar gestressten Zustand.
Die Intelligenz erhöht sich, die Kreativität sowie das gesamte Energielevel.

Das bedeutet also, dass die Formel nicht nur falsch ist, sondern man diese auch EINFACH umdrehen kann und umdrehen sollte.
Wenn wir einen Weg finden, in der Gegenwart positiv zu werden, dann funktionieren unsere Gehirne noch erfolgreicher und wir können mehr, schnellere und intelligentere Arbeit verrichten.

Denn Dopamin, dass unser Gehirn beim positiv Zustand überflutet hat mitunter 2 Funktionen.
a) es macht uns glücklicher
b) es aktiviert auch all die Lernzentren im Gehirn, über die man sich auf neue Art an die Welt anpassen kann

Es können also nicht nur Kinder in Ihrer Phantasiewelt sich einen positiven Aspekt ausdenken – es ist längst schon bewiesen, dass jeder jederzeit sein Gehirn trainieren kann.
Das heißt auch Sie können durch gezieltes Training Ihre Wahrnehmung auf positive Aspekte lenken und somit grundlegend positiver und somit erfolgreicher und sicherlich auch glücklicher werden!

Nachfolgend eine Anleitung, die ich gerne meinen Klienten mitgebe und die in meinen Aufzeichnungen zeigt, dass die Mehrzahl von Ihnen es schaffen, in 3 Wochen ihr Gehirn erfolgreich umzutrainieren, damit es optimistischer und somit auch leistungsfähiger wird.

Anleitung für mehr Optimismus:
- 3 Dinge am Tag aufschreiben, für die man dankbar ist.
- Führen Sie ein ‚Positiv-Tagebuch’: Das führen eines Tagebuch über ein positives Erlebnis in den letzten 24 Stunden, erlaubt es ihrem Gehirn, diese Situation noch einmal zu erleben.
- Ruhe-Momente in den Tagesablauf einbauen: Tägliche Momente der Meditation ermöglichen dem Gehirn, das kulturell angelernte und aufgebaute Stress-Getue zu überwinden, indem wir uns nicht mehr mehreren Aufgaben gleichzeitig widmen, sondern dem Gehirn erlauben sich auf eine Sache zu fokussieren.
- Positive Dinge tun – willkürlich freundlich sind: Versuchen sie so oft es geht positive Dinge zu tun und z.B. anderen Menschen grundlos eine nette Geste zuteil werden lassen. Die Freude des Gegenübers wird sich zwangsläufig positiv auf Sie auswirken.

In diesem Sinne –wie immer: Gutes Gelingen und einen guten Wochenstart!
Herzlichst
Ihre Alexandra Kröger
Inhaber Powerful Minds: Personal & Business Coaching Institut München