Haben sie genügend Handlungsoptionen?

Ist das nicht toll, dass wir Menschen über so viel mögliche Optionen zu Handeln verfügen?

Immer wieder vernehme ich von Klienten: „Das ist schier unmöglich! Wie soll ich denn das bewerkstelligen, meinen Kollegen anzulächeln? Ich kann so etwas nicht; das ist nicht mein Naturel.“
Wow – dieser Mensch möchte mir also weiß machen, dass ‚Lächeln’ nicht als Option für ihn zur Verfügung steht?

Das ist die Stelle, die ich als Coach besonders liebe, wenn mich jemand Intelligentes auf diesem Level von neuen Gesetzmäßigkeiten in der Veränderungsmöglichkeit menschlichen Verhaltens überzeugen möchte.

Wenn das nicht so offensichtlich wäre, dass diesem Menschen nur NICHT bewusst ist:
- dass er über mannigfaltige Optionen zu Handeln bereits verfügt - diese aber nur nicht wahrnimmt bzw. erkennt & einsetzt
- dass ihn keiner zwingt ‚nörgelig’ durch die Firma zu laufen
- dass ihn keiner zwingt, beim Gegenüber immer nur Intrigen zu vermuten...

Wer also entscheidet dann, was man kann und nicht kann und auf welche Option zu Handeln zurückgegriffen wird?
Richtig, der Klient selbst!
Es ist immer seine Entscheidung. Eine Entscheidung die er bewusst oder unbewusst trifft unter Rückgriff auf die für ihn zur Verfügung stehenden und somit abrufbaren Optionen!

Wie schön also, wenn man nun diesen Menschen die Vielfältigkeit an Handlungsoptionen wieder vertraut macht, die sie einst aus den Augen verloren haben, ihnen diese wieder zugänglich macht und sie so diese neuen Resonanzen basierend auf neuen Verhaltensweisen spüren lässt.

Im Grossen und Ganzen ist also nicht das TUN das Problem.
Das Problem besteht im Erkennen und im Zugriff auf diese Handlungsoptionen selber.
Jeder Gesunde KANN lächeln, jeder Gesunde KANN sich positive Gedanken machen, jeder KANN verzeihen und kontroverse Meinungen tolerieren.

Was wir also üben dürfen, ist unseren optionalen Handlungskatalog groß zu gestalten und groß zu halten und uns diese Auswahl an alternativen Handlungsoptionen bewusst zu machen und im Idealfall dann abzurufen und gezielt anzuwenden.

Wenn wieder verschiedenen Handlungsoptionen - wie etwa das regelmäßige freundliche Anlächeln der Kollegen - zur Verfügung stehen, können wir üben, diesen regelmäßigen Rückgriff auf solch ‚bessere’ Handlungsoptionen, zu automatisieren.

Dies funktioniert im Übrigen genau so, wie wir die nicht so beliebten Handlungen/Gedanken automatisiert haben:
Wir haben STETS gedacht ‚der andere will mir was’, wir haben STETS an unserer Unfreundlichkeit festgehalten, wir haben STETS versucht nur das negative an anderen Einwänden zu sehen etc.

Nun aber üben wir stattdessen:
a) einen Überblick über mögliche alternative Handlungsoptionen zu behalten:
„Was kann ich noch tun außer ihn grimmig ansehen oder ihm wie immer widersprechen?“
b) Bei der Auswahl der Handlungsoption im Hinblick auf ‚was ist besser/zielführender’ abzuwägen:
Das Ergebnis von Freundlichkeit versus offenkundiger Abneigung abschätzen
c) Die getesteten besseren Handlungsoptionen zu automatisieren, in dem wir das auch STETS tun.

...bis ja bis, wir unter Heranziehung der VIELEN, VIELEN Optionen die wir nun zur Verfügung haben wieder erkennen, dass es ggf. Zeit für einen möglichen Wechsel ist.

Ihre Alexandra Kröger
Inhaberin von Powerful Minds –
Institut für Personal- und Business-Coaching