NLP als hilfreiches Verfahren für Trainings und Coachings

Die Abkürzung NLP ist vielen von uns schon einmal begegnet – einige wenige wissen sogar darüber hinaus, dass die 3 Buchstaben für Neuro-Lingustische-Programmierung stehen. Doch was genau hat es damit auf sich?

Die Bezeichnung der ‚Programmierung’ ist für die heutige Verwendung eher sehr irreführend, da es nicht darum handelt, Menschen bzw. Klienten neu zu programmieren – das heißt, es findet bei der Anwendung von NLP als Interventionsmaßnahme keine Manipulation des Klienten von außen statt.
Vielmehr wird dem Klienten über die Darreichung neuer Optionen von Sprache (für Gegenwart und Vergangenheit, für das geäußerte bzw. das gedachte Wort) eine neue Wahrnehmungsebene für sich und seine Umwelt bewusst gemacht.
Diese neuen Optionen von Sprachgebrauch (gedacht und/oder geäußert) werden dem Coachee/ Klienten angeboten und durch ihn selber zielführend für die Lösung eines vorliegenden Anliegens benutzt.

Ein Bespiel, dass ich gerne nutze, um in einer ganz rudimentären Art & Weise, die Auswirkung von Sprache auf unser ‚Gefühl’ zu belegen, ist das meines sehr geschätzten Kollegen, NLP-Experten und NLP-Ausbilders Tom Andreas.
Tom fragt seine Klienten oft, sie sollen mal überprüfen, ob sie einen ‚gefühlten Unterschied’ festmachen, je nachdem, ob sie sagen:
- „Ich bin die Tochter meiner Mutter“ bzw. „Ich bin der Sohn meines Vaters“
oder wenn sie sagen:
- „ Ich bin Mutters Tochter“ bzw. „ Ich bin Vaters Sohn“
oder aber wenn Sie sagen:
-„ Ich bin Mutter“ bzw. „ Ich bin Vater“
oder aber sagen:
-„ Ich bin Mama“ bzw. „ Ich bin Papa“.

Jeder der Befragten stellt zumindest einen ‚gefühlten’ Unterscheid fest. Mal sagen einige, dass eine sei „irgendwie näher bzw. weiter“ oder aber sie sagen „dass eine fühle sich falsch oder komisch an“...
Fakt ist, die geäußerten Sätze werden in der Regel unterschiedlich ‚gefühlt’!
Und dies nur, aufgrund einer wie im ersten Fall anderen Grammatik und im zweiten Beispiel, aufgrund eines anderen und doch bedeutungsgleichen Wortes.

Durch den gezielten Einsatz von abgestimmten NLP Formaten, ist es somit möglich dem Klienten/Coachee ganz neue Wahrnehmungs-Optionen und darauf basierend auch neue Handlungsoptionen zu liefern, die dieser in sein übliches Verhaltensmuster integriert und somit zu einem neuen Verhaltensmuster/einer neuen ‚Strategie’ im Sinne der individuellen Zielerreichung umformt (Dies ist der Punkt, der umgangssprachlich mit ‚ Neu Programmieren’ beschrieben wird)
Die Anwendung spezifischer NLP Formate dient jedoch nicht nur der Wahrnehmungsschärfung, sondern auch dazu, gelebte und neue Erfahrungen neu und zielführend einzuordnen.

Die Idee von NLP ist also, dass über eine besondere Art und Weise der Kommunikation und davon abgeleiteter -Techniken neue Denkmuster erreichen werden können.
Diese neuen Denkmuster erlauben es dem Klienten/Coachee wiederum, neue und auf die individuell angestrebte Lösung ausgerichtete Strategien, zur Bewältigung eines Anliegens, in ihr Verhaltensmuster zu integrieren.

NLP als Verfahren & Herkunft:
NLP ist kein in sich abgeschlossenes Verfahren oder das Werk einer einzelnen Person, auch wenn John Grinder und Richard Bandler diesen Begriff zu Beginn (70er Jahre) im Wesentlichen geprägt haben.
Bandler und Grinder nutzten von Beginn an Bestandteile aus der Methodik erfolgreicher Therapeuten aus Familien- bzw. Gestalttherapie sowie zahlreicher anderer Therapeuten und namhafter Sprachwissenschaftler als Basis Ihres eigenen Modells.
Mit Hilfe der Linguistik und basierend auf den Forschungs-Ergebnissen von Alfred Graf Korzybski (die Welt der Sprache sei eine Abstraktion der Welt der Erfahrungen) sowie den Forschungen des Transformationsgrammatikers Noam Chamsky, untersuchten Bandler und Grinder sehr detailliert anhand von semantischen und grammatikalischen Analysen, ob es möglich sei, die Erfolge hochkarätiger Therapeuten ( Virginia Satir, Fritz Pearls, Milton Erickson, Gregory Bateson, etc..), an eine bestimmte Art der Verwendung von Sprache zu koppeln und diese in einer Art ‚Model’ neu abzubilden.

Auch heute ist NLP kein stagnierendes Verfahren, sondern wurde bzw. wird durch Arbeiten von Judith DeLozier, Leslie Cameron-Bandler, Robert Dilts, David Gordon, Charles Faulkner sowie Steve und Connirae Andreas stets weiterentwickelt.