Warum das Wissen über das Unbewusstsein bei gewünschten Veränderungen so wichtig ist (Teil 1)

Wenn wir lesen, dann müssen wir uns nicht darauf konzentrieren, die einzelnen Buchstaben aneinander zu reihen – auch bedarf es nicht der Überlegung, was wohl mit unserem Atem passiert, wenn wir uns schlafen legen.
All diese Dinge wie Lesen und Atmen steuern wir unterbewusst oder wie man es heute in der wissenschaftlichen Arbeit eher hört ‚unbewusst’. (Da es weder räumlich noch auf einer Werte-Ebene unter dem Bewusstsein angesiedelt ist)

Und genau an dieser Stelle von Trennung bzw. Realisierung von Bewusstsein und Unbewusstsein möchte ich ansetzen.

Stellen Sie sich eine Griessnockerl-Suppe vor (hier in Bayern sehr bekannt – die anderen nehmen bitte etwas ortsüblicheres ), indem eine große Griessnocke in der Mitte des Tellers liegt und nur zu einem Teil mit Brühe bedeckt ist.
Ebenso verhält es sich mit Ihrem Bewusstsein. Ein Teil dessen sticht heraus und mit diesem sichtbaren Teil, machen Sie Dinge bewusst. Sie trainieren z.B. das Klavierspiel indem Sie wieder und wieder sehr konzentriert und bewusst die Tonleiter mit Ihrer rechten Hand üben. Ebenso achten Sie bewusst darauf, dass ihre Hand nicht verkrampft, die Entfernung von Hocker zu Klavier stimmt etc....

Nun aber gibt es da noch den unbewussten Teil Ihres Bewusstseins, der Teil, der sozusagen unter der Oberfläche (Brühe) liegt. Dieser Teil ist ebenfalls sehr verantwortlich für viele Dinge, die Sie tun bzw. nicht tun und auch für die Ergebnisse die Sie im Leben erreichen.

Gerade in diesem Unbewussten spielen Glaubensätze eine Rolle, laufen Abgleiche mit Erlebtem sowie bestimmte Verhaltensmuster bei uns ab.
Muster, die wir seit der Kindheit haben oder die sich im Laufe der Zeit bei uns entwickelt und stellenweise eingenistet haben.

Betrachten wir einmal quengelnde Kleinkinder in unserem heutigen Kulturkreis: Oft bekommen sie beim kleinsten Anzeichen von Unmut und dem ersten Quengeln Nahrung in den Mund geschoben.
Ob diese Kinder wirklich Hunger haben oder aber nur schlecht gelaunt oder gestresst sind, ist nicht immer nachzuvollziehen.
Sichtbar ist jedoch, dass so oder so, einfach auch nur zur Beruhigung bzw. zur Besänftigung, diesen Kindern oftmals etwas in den Mund geschoben wird, um Abhilfe zu schaffen.

Nun betrachten Sie sich selber einmal kritisch! Ist es nicht oftmals immer noch beruhigend, wenn sie bei Frust, Einsamkeit, schlechter Laune zum Glas Wein, zum Bier oder zur Schokolade greifen?
Wir haben gelernt bzw. sind früh konditioniert worden, dass dies Abhilfe schafft und für Linderung unseres ‚Nichtwohlseins’ dienlich ist.
Ob wir das bewusst tun? Nein, denn unser Bewusstsein nimmt keinen tatsächlichen Hunger wahr, vielmehr steuern wir diese Nahrungsaufnahme unbewusst und stellen eine unbewusste Verknüpfung zu einem verbesserten Wohlgefühl her.
Ganz viele unsere heutigen Eigenschaften und Verhaltensweisen beruhen auf solchen alten Erfahrungen in unserer Kindheit und Jugend.

Es ist sehr spannend heraus zu finden, wie viel wir tatsächlich mit vollem Bewusstsein tun und wie viel aber auch passiert, da unbewusst Abgleiche stattfinden oder Glaubenssätze in uns arbeiten.
Die bloße Kenntnis über solche Prozesse und eine konkrete Auseinandersetzung mit den eigenen unbewussten Prozessen ist insbesondere immer dann sehr hilfreich, wenn es darum geht bewusst Veränderungen hervorzurufen.

Ausblick Teil 2:
Wenn Sie wissen möchten, wie unser Unbewusstsein auch unser Verhalten zu anderen Menschen beeinflusst und ob und wie man Zugang zu sich bekommt, um ungeliebte Verhaltensweisen zu verändern, dann lesen Sie nächste Woche weiter.

In diesem Sinne – wie immer ihnen eine schöne Woche!

Ihr Alexandra Kröger

Powerful Minds: Business & Personal Coaching Institut München